Kinderbetreuung brauche selbstverständlich gute Bedingungen für Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Die Eignung einer 8-gruppigen Groß-Kita in Elmshausen als „Mutter aller Lösungen“ für Lautertal stellen die Grünen jedoch immer deutlicher in Frage: „Solch ein gigantischer Kita-Komplex ist aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht mehr passend: Finanziell, pädagogisch sowie strukturell. Die aktuellen katastrophalen, finanziellen Rahmenbedingungen machen die Groß-Kita zur mutmaßlich gefährlichen Schuldenfalle“, formulieren die Grünen deutlich. „Diese, von der aktuellen Parlamentsmehrheit bevorzugte, scheinbar einfache Lösung ist mit zu hohen Risiken behaftet. Die Kommunalpolitik muss daher die Prüfung von Sanierungs-Optionen der Traditions-Kitas in den Blick nehmen. Nach den Mandatsträgern vorliegenden Informationen sollten wir dringend eine wohnortnahe und wirtschaftlich vertretbare, statt eine bequeme Lösung suchen.“ Letztlich müsse alles finanzierbar bleiben. „Die Steuerbelastung der Bürger darf nicht ständig hochgeschraubt werden“, beziehen die Grünen klar Stellung. Doch genau das drohe mit einer Groß-Kita. Zudem plane man eine Informationsveranstaltung, bei der auch Eltern gehört werden sollen.
Kita-Info-Veranstaltung geplant
Für die Grünen ist es immer noch wichtig, die betroffenen Eltern und Erzieherinnen endlich in Entwicklungsgespräche einzubeziehen. Bis jetzt habe man hierzu leider kein Echo aus den Gremien vernommen, weshalb man eine eigene Info- und Austausch-Veranstaltung plane, schreiben die Grünen. Claudia Arndt, die für die Grünen kandidiert, präzisiert: „Aus meiner Berufserfahrung als Kitaleiterin weiß ich, dass Ergebnisse für pädagogische Einrichtungen dann besser werden, wenn Eltern und Erzieherinnen in die Entwicklung eingebunden werden. Kitas sind nun mal für Kinder und deren Familien da. Auch Erzieherinnen können dann optimal arbeiten, wenn man ihre Bedürfnisse kennt und beachtet. Daher sollte der Austausch mit den Betroffenen nun endlich beginnen. Aktuell steckt in der Kitadiskussion noch zu viel ´Nebel-Wetter´.“
Lehrstück Lautertalhalle: Sanierung traditioneller Kitas günstiger als Neubau?
Lautertal stehe finanziell vor der wohl schwierigsten Phase seit Gründung im Jahre 1972, schreiben die Grünen. Der Bau einer Groß-Kita, die Sanierung der Lautertalhalle, die neue Feuerwehr in Gadernheim und fortgesetzte Sanierungen der Trinkwasseranlagen werden den Lautertaler Haushalt mit weiteren Millionen in ungeahnter Höhe belasten wie selten zuvor. Da man aktuell schon bei 18 Mio. Schulden stehe, müsse also doppelt genau geprüft werden, wie groß man baue und wo evtl. Sanierungen der bessere Weg sind. „Die Behandlung des Sachverhalts Lautertalhalle hat den kommunalen Gremien gezeigt, dass Sanierungen oft wesentlich günstiger sind als Neubauten – in diesem Fall sogar nur rund 50% der Neubaukosten. Das war eine echte Lehrstunde. Daher haben wir uns erneut mit einem vorhandenen Sanierungskonzept zur Kita-Reichenbach beschäftigt. Inclusive der Preissteigerungen der letzten Jahre scheint eine Sanierung der Traditions-Kita auch hier der weitaus günstigere Weg zu sein, zumal Lautertal bedeutend höhere Fördersummen für Sanierungen zu erwarten hat als bei Neubauten. Ob sich das auch auf die Kita-Lautern übertragen lässt, können wir aktuell noch nicht beurteilen. Daher empfiehlt sich eine Prüfung dessen durch ein Ingenieurbüro“, so Dr. Lauri Philipp Rothfritz, der ebenfalls bei den Grünen kandidiert. Man hege einen gewissen Optimismus in gute, verantwortungsvolle Haushaltsgespräche einsteigen zu können, da auch der CDU-Vorstand jüngst seine Zweifel am Bau der Groß-Kita pressewirksam kundgetan habe.

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